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Die Polizei zu Gast bei der Bürgersprechstunde im Mai

Herr Wilhelm Lindenstock und Herr Bernd Diegel von der Polizeiinspektion 6 stellten sich den Fragen der Porzer Bevölkerung am 19. Mai 2015 im Brauhaus Porz

Das Interesse an dieser Bürgersprechstunde war schon im Vorfeld auf unserer Website sehr groß. Dementsprechend war der Saal mit ca. 40 Personen sehr gut gefüllt.

bsp mai 02Herr Wilhelm Lindenstock ist seit 1981 im Polizeidienst und seit 1985 durchgängig in Porz tätig. Herr Bernd Diegel, ein gebürtiger Porzer aus Westhoven, ist seit 27 Jahren in Porz mit einer kurzen Unterbrechung in Köln-Lindenthal. In Porz betreut er ca. 20 Mitarbeiter.

Sigrid Alt bat, möglichst ohne die bekannten Vorwände „kein Personal und kein Geld“ auszukommen, da diese keine Besänftigung für das fehlende Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger sein können.

Die Diskussion wurde mit dem Satz eröffnet: Köln wird für Kriminelle immer attraktiver! Nein, wir brauchen keine Polizei, die sich selbst verwaltet. Wir brauchen Beamte vor Ort, denn die müssen den Bürgern Rede und Antwort stehen und nicht der Polizeipräsident!

Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von der Polizei NICHT überrepräsentiert, denn zu wenige Kräfte kümmern sich um örtliche Probleme.

1. Herr Lindenstock ging sofort auf diese Aussagen ein und erklärte sehr informativ und ausführlich, wie der tägliche Arbeitsalltag mit den "kriminellen“ Problemen vor Ort aussieht. Herr Lindenstock sprach über die Anweisung an seine Kollegen, dass Streifenfahrten nach Einsätzen immer auch über Porz-Markt und den Bereich Straßenbahn und City zurück zur Polizeidienststelle stattfinden sollen.

2. Vermehrte Fußstreifengänge an bestimmten Orten lässt die derzeitige Personalstärke nicht zu. Die nächsten beiden Wochen ist jedoch geplant, das Rheinufer und die Groov bis Mitternacht verstärkt anzufahren.

3. Neben dem Porzer Bezirk fordern auch die Stadtbezirke Brück, Rath-Heumar und Kalk Personal ab. Zusätzlich bindet des Öfteren Personen- oder Zeugenschutz etliche Polizeikräfte. Einsätze sind auch wetterabhängig und schlecht planbar. Bei gutem Wetter spielt sich wesentlich mehr im Außenbereich ab. Es gibt den Wachdienst, den Bezirksdienst und den Dienst für Kriminalität und Verkehr.

4. Es ist ausgeschlossen, mehr Polizisten für diese Bereiche zu bekommen. Herr Wallmeroth in Köln setzt die Polizisten entsprechend der Anzahl von Meldungen unter der Rufnummer "110" ein. Wenn aus Porz fünf Anrufe im Vergleich zu siebzehn Anrufen aus Köln eingehen, dann finden die meisten Einsätze in Köln statt. Diese Statistik bildet die Grundlage der Einsatzplanung. Aufgrund der geringen Anzahl von Meldungen unter "110" hat Porz ein Problem.

5. Auch der Leiter der Polizeiinspektion 6, Herr Bernd Diegel, ergänzte die Ausführungen und beschrieb die Schwierigkeiten, die den Arbeitsalltag der Polizei beim Umgang mit Kriminellen erschwert.

6. Die Bürgerinnen und Bürger empfanden das Friedrich-Ebert-Ufer vom Rathaus in Richtung Hochhaus Lindenhof als Angsträume, weil die Wege und Böschungen entlang des Rheins verwildert und überwuchert sind. Hier sollte unbedingt noch einmal mit der Politik gesprochen werden oder eine Bürgereingabe erfolgen, um über das Pflegekonzept hinaus einen Schnitt der Ränder und Böschungen zu erreichen.

7. Das JuGz Glashütte hat derzeit auch mit erheblichen Gewaltproblemen zu kämpfen. Ein vorgenommener Grünschnitt hat bereits Erleichterung gebracht.

8. Es wurde auch von laufendem Drogendeal in einem Haus in der Steinstraße berichtet. Dies ist für die Bewohner sehr belastend und beängstigend. Der Polizei sind hier aber die Hände gebunden. Erst wenn ein begründeter Verdacht vorliegt, darf sie die Wohnung mit einem Durchsuchungsbefehl betreten. Leider sind der Polizei durch die bestehende Gesetzgebung sehr oft die Hände gebunden.

bsp mai 01Die Herren haben sehr intensiv und ausführlich auf die vorgetragenen Probleme geantwortet und nicht das Gefühl vermittelt, dass unsere Sorgen und Ängste nicht ernst genommen werden. Allen Bürgerinnen und Bürgern wurde der dringende Rat gegeben, bei Problemen die Rufnummer "110" anzurufen.

In dieser Bürgersprechstunde wurde trotz der teilweise brisanten Themen sehr sachlich diskutiert, hinterfragt und manchmal kam auch die Enttäuschung und Frust rüber. Wir haben unsere Forderungen gestellt und hoffen, dass die Polizei in Porz einiges umsetzen kann, damit bei den Bürgerinnen und Bürgern wieder ein klein wenig ein Gefühl von Sicherheit aufkommt.

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... und WIR packen Porz an!