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Die Apotheke heute - Arzneimittel um die Ecke oder im Internet

Wie wichtig ist Vertrauen und Kundenberatung? 

bsp resume 01Der Bürgerverein Porz-Mitte e.V. (BVPM) hat Mario Spieker (Apotheker) und Mariola Ehrler (Apothekerin) zum obigem Thema eingeladen. Sigrid Alt begrüßte die Gäste und dankte den Referenten. Herr Spieker betreibt in Porz-Mitte drei Apotheken, Frau Ehrler ist seine rechte Hand.

Jeder braucht irgendwann in seinem Leben die Apotheke. Menschen kommen oft bei schlechtem Wetter und suchen nach Präparaten, weil sie wetterfühlig sind oder sich vom Mond abhängig fühlen und schlecht schlafen.

Die Apotheken haben den gesetzlichen Auftrag, die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Dies betrifft jede einzelne Apotheke, aber auch die flächendeckende Verteilung aller Apotheken in ganz Deutschland. Neben der Versorgung mit Fertigarzneimitteln erfüllen Apotheken auch Gemeinwohlpflichten, wie z. B. den Nacht- und Notdienst oder die Anfertigung von Rezepturen. Im Durchschnitt versorgen 24 Apotheken etwa 100.000 Einwohner in Deutschland. Sie muss mindestens 110 qm groß sein, muss beraten und aufklären. Ein Notzimmer muss vorhanden sein sowie eine Schleuse für nächtliche Medikamentenabgabe. Alle 3-5 Jahre werden Apotheken von einer Amtsapothekerin der Stadt Köln überprüft. Es müssen immer ausreichend Fachkräfte anwesend sein. Der Not- und Nachtdienst fällt ca. alle 21 Tage an. Die Einteilung dafür erfolgt mittlerweile über eine Agentur. Es kann vorkommen, dass sich die nächste offene Not-Apotheke erst linksrheinisch befindet. Auch Apotheken leiden unter Nachwuchsmangel, sie bilden aber auch aus. Fortbildungen sind verpflichtend.

Der durchschnittliche Jahresumsatz einer Apotheke liegt bei 2,3 Mio €. Das klingt zunächst mal viel, aber von verschreibungspflichtigen Medikamenten müssen 13 % davon an die gesetzlichen Krankenkassen abgegeben werden. Der Abgabepreis von rezeptpflichtigen Arzneimitteln sowie das apothekerliche Honorar richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben der Arzneimittelpreisverordnung. Deutschland hat einen der höchsten Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel. Die Krankenkassen erhalten Rabatte von den Arzneimittelherstellern, die ständig wechseln und die kostensenkend wirken sollen sowie Zuzahlungen der gesetzlich Versicherten. Die Berücksichtigung der wachsenden Zahl dieser Verträge bei der Patientenversorgung bedeutet für die Apotheken einen hohen administrativen Aufwand.

Mittlerweile gibt es häufiger einen Mangel an Wirkstoffen. Dieser entsteht, wenn Rückrufaktionen, z. B. durch neu entdeckte Nebenwirkungen, entstehen. Da die meisten Wirkstoffe nicht mehr in Deutschland hergestellt werden, sind auch die Lieferwege länger geworden. Auf diesen können auch Verunreinigungen der Wirkstoffe entstehen und Produkte werden zurückgezogen.

Die Apotheken bieten auch Körpermessungen, Hilfsmittelbeschaffung, Ausleihen von Geräten, Medikamentenanalyse, Ernährungsberatung u. v. m. an. Wenn ein Patient parallel mehrere systemisch wirkende Medikamente dauerhaft einnimmt (je nach Definition geht man von mindestens drei oder fünf solcher Arzneimittel aus) bieten Apotheken ein Medikationsmanagement an, um Unverträglichkeiten untereinander aufzuzeigen.

Mario Spieker berichtete über die Internetapotheken im Vergleich. Doc Morris z. B. hat seinen Sitz in den Niederlanden. Es kann Rabatte geben, die in Deutschland nicht erlaubt sind, außerdem liegt der Mehrwertsteuersatz dort bei nur 6 %. In Deutschland werden die Preise von den Herstellern frei bestimmt. In vielen anderen Ländern tut dies die jeweilige Regierung. Der Versand dauert immer noch mindestens bis zu zwei Tagen, bei rezeptpflichtigen Medikamenten sogar noch länger. In diesem Fall müssen die Versandapotheken in Deutschland nämlich erst das Original-Rezept erhalten, bevor sie das Medikament verschicken dürfen.

Mit der App „Meine Apotheke“ kann man bequem vom Smartphone aus Arzneimittel bestellen, das Rezept hochladen und an die Apotheke schicken oder die nächste Notdienstapotheke finden oder Wechselwirkungen prüfen.

Die Kosten für die kostenfreie Abgabe der Zeitschriften „Apotheken-Umschau“ und „My Life“ (das neue Apotheken-Magazin) an die Kunden tragen die Apotheken selbst.

... und WIR packen Porz an!