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Denkmalpflege in Köln - Wertschätzung eines Denkmals

Höchst interessanter Vortrag von Frau Prof. Dr. Schock-Werner

bsp resume 01Der Bürgerverein Porz-Mitte e.V. (BVPM) hatte Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner zu dem umfangreichen Thema Denkmalpflege in Köln – Wertschätzung eines Denkmals – Denkmalschutz in die Bürgersprechstunde eingeladen. Dieses interessante Thema lockte 47 Gäste in das Restaurant Linden.

In den 70er Jahren wurde der Denkmalschutz (DS) groß angeschrieben und war hoch angesagt. Heute dagegen ist er eher zu einem Reizthema geworden. Die dringend notwendigen Modernisierungen von Schulen, öffentlichen Gebäuden oder z. B. die Vernachlässigung des Ebertplatzes in Köln lassen Meinungen von Eigentümern und Denkmalpflegern weit auseinandergehen.

DS ist eine Erwägensfrage, nichts, was man bemessen kann. Unter DS gestellt heißt nicht, dass man nichts mehr verändern dürfte. Es sollte nur denkmalverträglich sein, keine Umwandlung oder rigoroses Vorgehen aufweisen. Das Trainingsgelände des 1. FC Köln z. B. befindet sich mittlerweile in einem Landschaftsschutzgebiet. Der damalige OB Konrad Adenauer und Stadtplaner Fritz Schumacher hatten den Grüngürtel angelegt. Um diesen äußeren Grüngürtel beneiden uns viele Städte. Zu den möglichen Nutzungen, die Konrad Adenauer dort festgelegt hatte, gehörte auch der Sport. Eine kommerzielle Nutzung, wie die des 1. FC Köln, gehörte nicht dazu. Wenn Jugendliche dort trainieren, kommt es mit An- und Abfahrten zu sehr viel Fahrzeugverkehr. Auch der von Toni Schumacher ins Feld geführte Kunstrasen dort gehört nicht zum DS. Nachtflutlichtanlagen sind im Naturschutz auch nicht erwünscht.

Immer wieder sind energetische Ausstattung, Barrierefreiheit und Brandschutz im DS Themen. Frau Schock-Werner nennt die Ulrepforte, das Domizil der Roten Funken. In einem teilweise fast 800 Jahre alten Gemäuer baut man nicht einfach ein paar Notausgänge ein, es sind umfangreiche Arbeiten notwendig, um auch dem DS gerecht zu werden. Denken wir auch an das Gürzenich-Gebäude, für das zur Überwindung von Barrieren ein Fahrstuhl vor dem Gebäude auf der Straße erbaut wurde. Es müssen sehr viele Kompromisse geschlossen werden. Dafür müssten sich gemäß Frau Schock-Werner Vertreter verschiedener betroffener Ämter zusammensetzen, um in einer vorher festgelegten Frist eine Lösung zu finden.

Als weiteres Beispiel wird der Ebertplatz angeführt, der einstmals ein wirklich schöner Platz war und in der Kölner Neustadt-Nord als größter Platz der innerstädtischen Ringstraßen den Hansaring mit dem letzten der insgesamt zehn Ringabschnitte, dem Theodor-Heuss-Ring verbindet. Zwanzig Jahre gammelte der Brunnen am Ebertplatz vor sich hin, der Brunnen wurde entfernt, die Beete nicht mehr bepflanzt und die Bänke weggenommen. Seine Attraktivität ging verloren, Dealer machten ihn zuletzt zur No-Go-Area. Umso schöner ist es zu sehen, was Eigeninitiative und Wasser als Quell des Lebens alles bewegen können! Innerhalb von zwei Wochen hat sich der Ebertplatz zu einem Sommer-Hotspot entwickelt - weil Anlieger, Künstler und Aktivisten um den Platz kämpften, weil die Stadt die „Wasserkinetische Plastik“ des verstorbenen Künstlers Wolfgang Göddertz sanieren ließ. Schlechtes Ambiente führt auch zu schlechtem Verhalten.

Frau Schock-Werner sprach über ihr Buch, ein opulenter Kunstbildband über schön gestaltete U-Bahn-Stationen in Köln. Alles fing damit an, dass sie sich ein paar Wellness-Stunden im Neptunbad gegönnt habe und mit der U-Bahn nach Ehrenfeld gefahren ist. Unterwegs fiel ihr auf, was für interessant und attraktiv gestaltete Stationen es in Köln gibt. Daraus entstand eine „Auf den Punkt“ - Kolumne im „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die Idee, alle 40 Stationen in einem Buch vorzustellen. Die Station Chorweiler präsentiert sich langgezogen und schön bunt bemalt.

Die „moderne stadt“, die den Deutzer Hafen und auch Porz entwickelt, hat die Ellmühle „Aurora mit dem Sonnenstern“ erworben. Derzeit läuft ein Verfahren, die Ellmühle unter Denkmalschutz zu stellen. Möglicherweise könnten 40 Prozent der Mühlengebäude als schutzwürdig erachtet werden. Dies würde aber einer Umnutzung nicht im Wege stehen und soll als Erinnerung an den Industriehafen Deutz stehen bleiben, wo Lastkähne auf dem Rhein als Transportmittel für Getreide und die Auer-Produkte genutzt wurden.

Vom sanierten Deutzer Bahnhof berichtet Frau Schock-Werner, dass der DS nicht verantwortlich für die „erbärmliche Infrastruktur“ ist. Für einen internationalen Messebahnhof ist er nach 11jähriger Bautätigkeit kein Aushängeschild, da schon die funktionalen Mängel der Barrierefreiheit für Reisende mit großem Gepäck oder Fahrrädern hervorstechen.

Wenn Gebäude als besonders schützenswert eingestuft werden, wird leider versäumt, über viele Jahre hinweg auch die Finanzmittel für die Unterhaltungsmaßnahmen in den Haushaltsetat einzustellen. Da dies nicht geschieht, verkommen ganz viele öffentliche Gebäude. In ihren Augen macht es schon Sinn, die alten Gebäude unter DS zu stellen, denn durch Neubauten werden die Städte immer gleichförmiger und einheitlicher. Städte sollen ein Gesicht haben, über das sie besonders identifiziert werden. Jeder Privatbesitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes wird verpflichtet, dieses für die Allgemeinheit zu erhalten. Schlimmstenfalls könnte er sogar enteignet werden. Diese Auflagen gelten für ein städtisches Gebäude nicht.

Besucher fragten nach der „Dauerunterhaltung“ durch Gerüste am Dom. Frau Schock-Werner antwortete, dass die Unterhaltung kein technisches Problem - technisch ist alles dort machbar - sondern ein öffentliches sei. Die dauerhafte Renovierung der Kathedrale ist sehr kostspielig, wie auch beim eigenen Haus, ist ständig etwas zu erneuern, wofür überwiegend Gerüste benötigt werden. Die Umweltverschmutzung macht dem Dom sehr zu schaffen.

Der klassizistische Bahnhof Belvedere in Müngersdorf steht als ältestes in Originalgestalt erhaltenes Bahnhofsgebäude Deutschlands ebenfalls unter Denkmalschutz, mit seinem dazugehörigen Park, der ebenfalls unter Naturschutz steht, ein Kleinod von unschätzbarem Wert. In den vergangenen zwei Jahren ging es um die Frage, muss die Platane, deren Wurzeln möglicherweise das Bauwerk bedrohen, gefällt werden oder nicht. Auch hier mussten die verschiedenen Ressortinhaber einen Kompromiss zur Lösung der Statik finden – die rund 100 Jahre alte Platane darf bleiben, das Gebäude auch.

Der denkmalgeschützte Kiosk an der Mühlenstraße in Porz-Zentrum ist vielen Porzern ein Dorn im Auge. Die Nutzung und der desolate Zustand rufen viel Unbehagen hervor. Frau Schock-Werner kann hier nur dazu raten, sich zusammenzuschließen und so häufig wie möglich dagegen zu opponieren und zu demonstrieren.

 

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